„Ich bin HPV-positiv – ist mein Partner oder meine Partnerin jetzt auch infiziert?“
HPV positiv und Angst um den Partner? Erfahre, wie HPV übertragen wird, warum Schuldgefühle unnötig sind und was jetzt wirklich wichtig ist.
Ist mein Partner jetzt auch mit HPV infiziert? Eine Frage, die fast jede Betroffene beschäftigt
Der Moment, in dem man erfährt, dass man HPV-positiv ist, bleibt vielen Frauen lange in Erinnerung.
Vielleicht war es ein Anruf aus der gynäkologischen Praxis. Vielleicht ein Brief mit dem Befund. Vielleicht hat die Ärztin das Thema nur kurz angesprochen und plötzlich waren da tausend Fragen im Kopf.
Eine der häufigsten Fragen, die mir in meiner Praxis gestellt wird, lautet:
„Wenn ich HPV habe – hat mein Partner oder meine Partnerin das jetzt auch?“
Und direkt dahinter folgen oft weitere Gedanken:
- Habe ich jemanden angesteckt?
- Hat mein Partner mich angesteckt?
- Bedeutet das, dass einer von uns untreu war?
- Muss ich mir Sorgen um unsere Beziehung machen?
- Können wir uns immer wieder gegenseitig anstecken?
Ich kenne diese Gedanken nicht nur aus meiner Arbeit mit Patientinnen.
Ich kenne sie auch aus eigener Erfahrung.
Denn HPV ist für mich nicht einfach nur ein medizinisches Thema. Es ist ein Thema, das mich persönlich berührt. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einen positiven Befund in den Händen zu halten. Ich weiß, welche Ängste entstehen können und wie viele Unsicherheiten damit verbunden sind.
Deshalb möchte ich dir heute etwas sagen, das vielen Frauen sofort ein Stück Last von den Schultern nimmt:
Ein positiver HPV-Test bedeutet nicht automatisch, dass dein Partner oder deine Partnerin ebenfalls infiziert ist.
HPV ist viel häufiger, als die meisten Menschen denken
Über HPV wird immer noch erstaunlich wenig gesprochen.
Dabei gehören Humane Papillomviren zu den häufigsten Infektionen überhaupt.
Die meisten sexuell aktiven Menschen kommen im Laufe ihres Lebens irgendwann mit HPV in Kontakt – oft sogar, ohne es jemals zu bemerken.
In den meisten Fällen verursacht das Virus keinerlei Beschwerden.
Keine Schmerzen.
Keinen Juckreiz.
Keine offensichtlichen Symptome.
Viele Menschen tragen HPV vorübergehend in sich und ihr Immunsystem beseitigt die Infektion wieder, ohne dass sie jemals davon erfahren.
Genau deshalb ist HPV kein Zeichen dafür, dass jemand etwas falsch gemacht hat.
Und es ist auch kein Zeichen mangelnder Hygiene, „Unreinheit“ oder eines bestimmten Lebensstils.
Es ist schlicht ein Virus, das sehr weit verbreitet ist.
HPV-positiv: Warum man oft nicht sagen kann, wer wen angesteckt hat
Viele Frauen suchen nach einer klaren Ursache.
Das ist menschlich.
Wir möchten verstehen, woher etwas kommt.
Doch bei HPV funktioniert diese Suche häufig nicht.
Das Virus kann sich über Jahre hinweg unbemerkt im Körper aufhalten.
Manchmal wird eine Infektion erst lange nach der eigentlichen Ansteckung entdeckt.
Das bedeutet:
Der aktuelle HPV-Befund sagt meist nicht aus, wann die Infektion entstanden ist.
Er sagt auch nicht aus, von wem sie stammt.
Und er sagt erst recht nichts über Treue oder Untreue innerhalb einer Beziehung aus.
Ein positiver Test kann eine Infektion anzeigen, die schon viele Jahre besteht und bisher völlig unauffällig war.
Deshalb ist es in den meisten Partnerschaften schlicht unmöglich nachzuvollziehen, wann und durch wen das Virus übertragen wurde.
Warum der Partner nicht automatisch von HPV betroffen sein muss
Viele Menschen gehen davon aus, dass HPV zwangsläufig beide Partner betrifft.
So einfach ist es jedoch nicht.
Denn jeder Körper reagiert anders.
Während bei einer Person das Virus nachweisbar ist, kann die andere Person:
- das Virus nie aufgenommen haben,
- die Infektion bereits überwunden haben,
- eine aktuell nicht nachweisbare Infektion haben,
- oder das Virus erfolgreich durch das Immunsystem kontrollieren.
Das menschliche Immunsystem spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Bei vielen Menschen gelingt es dem Körper, HPV innerhalb von Monaten oder wenigen Jahren wieder zu beseitigen.
Deshalb bedeutet ein positiver Test bei einer Person nicht automatisch, dass auch der Partner oder die Partnerin aktuell HPV-positiv ist.
HPV positiv: Die emotionale Belastung wird oft unterschätzt
Was mich immer wieder berührt:
Viele Frauen leiden weniger unter dem Virus selbst als unter den Gedanken, die damit verbunden sind.
Scham.
Schuldgefühle.
Angst.
Selbstvorwürfe.
Manche fühlen sich plötzlich „krank“, obwohl sie sich körperlich vollkommen gesund fühlen.
Andere haben Angst vor den Folgen für ihre Partnerschaft.
Wieder andere machen sich Sorgen um ihre Zukunft oder denken sofort an Krebs.
All diese Gefühle sind verständlich.
Doch sie entstehen häufig aus fehlenden Informationen.
Und genau deshalb ist Aufklärung so wichtig.
Was ich meinen Patientinnen bei einer HPV-Infektion immer zuerst sage
Wenn eine Frau mit einem positiven HPV-Befund zu mir kommt, gibt es vier Dinge, die ich ihr besonders ans Herz lege:
1. Du musst dir keine Schuld geben
HPV ist unglaublich verbreitet.
Ein positiver Befund bedeutet nicht, dass du etwas falsch gemacht hast.
Du hast nichts versäumt.
Du hast nichts verursacht.
Und du musst dich für nichts schämen.
2. Keine Panik
Ein positiver HPV-Test ist zunächst einmal nur eine Information.
Nicht mehr und nicht weniger.
Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst wieder aus.
Entscheidend ist eine gute Begleitung und regelmäßige Kontrolle.
3. Vorsorge ist wichtig
Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen geben Sicherheit.
Sie ermöglichen es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln.
Vorsorge bedeutet nicht Angst.
Vorsorge bedeutet Selbstfürsorge.
4. Sprecht miteinander
Offene Gespräche können unglaublich entlastend sein.
Viele Partnerschaften werden durch Ehrlichkeit sogar stärker.
Wenn beide verstehen, wie häufig HPV ist und wie wenig ein positiver Befund über die Beziehung aussagt, verschwindet oft ein großer Teil der Unsicherheit.
HPV und Beziehungen – ein Thema, das mehr Mitgefühl braucht
Was ich mir wünsche?
Dass wir als Gesellschaft anders über HPV sprechen.
Mit weniger Scham.
Mit weniger Schuldzuweisungen.
Und mit mehr Verständnis.
Denn niemand würde sich schämen, wenn er einmal einen grippalen Infekt hatte.
Niemand würde seinen Wert als Mensch daran festmachen.
Bei HPV passiert genau das jedoch noch immer viel zu häufig.
Viele Betroffene schweigen aus Angst vor Verurteilung.
Dabei sind sie keineswegs allein.
Tatsächlich teilen Millionen von Menschen weltweit dieselbe Erfahrung.
Meine persönliche Botschaft an dich
Wenn du gerade einen positiven HPV-Befund erhalten hast, möchte ich dir etwas sagen, das ich selbst damals gerne gehört hätte:
Du bist nicht allein.
Du bist nicht „unrein“.
Du bist nicht schuld.
Und du bist viel mehr als dieser Laborwert auf einem Blatt Papier.
HPV kann Angst machen.
Das verstehe ich.
Aber Wissen nimmt oft einen großen Teil dieser Angst.
Aus meiner eigenen Geschichte und aus der Begleitung vieler Frauen weiß ich:
Es gibt einen Weg aus der Unsicherheit heraus.
Einen Weg hin zu mehr Verständnis für den eigenen Körper.
Zu mehr Vertrauen.
Und zu dem Gefühl, wieder handlungsfähig zu sein.
Genau dabei möchte ich Frauen begleiten.
Mit Zeit.
Mit Empathie.
Mit fundiertem Wissen.
Und mit dem tiefen Verständnis einer Frau, die selbst weiß, wie sich ein positiver HPV-Befund anfühlen kann.
Denn manchmal braucht es nicht nur medizinische Informationen.
Manchmal braucht es jemanden, der wirklich versteht, was in diesem Moment im Herzen einer Betroffenen vorgeht.
Ich nehme mir für jede einzelne Frau in meiner Praxis Zeit, viel Zeit, um das Thema HPV auf allen Ebenen zu beleuchten. Ich verstehe dich. Ich habe HPV und Gebärmutterhalskrebs hinter mir und weiß, was es bedeutet davon betroffen zu sein. Lass uns zusammen den Weg gehen, dass du dich wieder sicher in deinem Körper fühlst. Du musst nicht untätig warten bis alles vorbei geht oder schlimmer wird. Du kannst selbst viel dafür tun, dass HPV wieder schnell aus deinem Leben verschwindet. Melde dich gerne bei mir und vereinbare einen Termin in meiner Praxis oder für eine Online-Sprechstunde. Gerne kannst du auch einen kostenfreien 15-minütigen Kennenlerntermin hier über diese Seite vereinbaren oder unter meiner Mailadresse info@melanie-winkler.de.
Ich bin da!
Deine Melanie